Nur ein spürbarer Anstieg der Zinsen könnte die Entwicklung zu immer höheren Immobilienpreisen dämpfen – darüber sind sich die Experten einig. Eine Prognose bleibt aber schwierig. Das sind die aktuellen Zahlen: Die amerikanische Notenbank Fed erhöht den amerikanischen Leitzins um 0,25 Prozentpunkte, während die Europäische Zentralbank EZB an ihrer expansiver Geldpolitik festhält, obwohl die Inflationsraten weiter steigen. Immobilienkäufer erhielten Mitte März 2017 für den Kauf oder Bau von Immobilien Hypothekendarlehen mit einer Laufzeit von zehn Jahren zum Bestzins vom 1,09 Prozent. Die EZB sieht keinen Bedarf, auf die politischen Entscheidungen der letzten Zeit – wie den Brexit oder die Wahl Trumps zum US-Präsidenten – mit Anpassungen ihres Kurs zu reagieren, weil deren Auswirkungen geringer seien als vermutet. Damit handelt sie allen Kritikern zuwider, obwohl deren Warnungen in jüngster Zeit immer lauter werden. Auch der deutsche Finanzminister, Wolfgang Schäuble, mahnt, die expansive Geldpolitik zurückzufahren und den veränderten Marktgegebenheiten anzupassen. Solange die EZB ihren Kurs beibehält, bleibt es für deutsche Immobilienkäufer leicht, Immobilien zu finanzieren. Davon profitieren weiterhin Immobilienverkäufer, die den Gewinn aus der Preissteigerung der vergangenen Jahre durch einen Verkauf in dieser Marktphase realisieren. Sollten die Zinsen deutlich anziehen, würde sich die Lage langsam umkehren: Die Immobilienpreise würden nicht mehr so schnell steigen, eventuell je nach Region stagnieren oder sogar zurückgehen, Käufer müssten aber mehr Geld für die Finanzierung aufbringen.

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