Der Wohnungsmarkt in den Städten wird vermutlich noch längere Zeit angespannt bleiben. Statistiker und Analytiker verschiedener Institute haben den Wohnungsbedarf der kommenden Jahre anhand der Bevölkerungszahlen vorausberechnet. Dabei wurden der Ersatzbedarf, der demografiebedingte Bedarf, der Nachholbedarf und der Bedarf durch Zuwanderung in die Rechnung mit einbezogen. Der Gesamtbedarf liegt danach noch bis zum Jahr 2020 bei 385.200 Wohnungen pro Jahr; Wohnungswirtschaft und Mieterbund gehen sogar von einem Bedarf von rund 400.000 Wohnungen pro Jahr aus. Tatsächlich wird in den Großstädten nicht einmal die Hälfte des dortigen Bedarfs gebaut. Bis Ende 2016 sahen die Zahlen noch ganz gut aus: Die Zahl der Baufertigstellungen in den kreisfreien Großstädten war um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Auch in den sieben größten deutschen Städten wurden deutlich mehr Wohnungen gebaut als im Vorjahr. Doch jetzt meldet das statistische Bundesamt rückläufige Zahlen: Im Zeitraum Januar bis Mai 2017 wurden in Deutschland 137.100 Wohnungen genehmigt, das waren 7,6 Prozent oder gut 11.300 weniger als in den ersten fünf Monaten 2016. Diese Zahlen lassen darauf schließen, dass der errechnete Bedarf auch in diesem Jahr nicht gedeckt werden wird. Nach jüngsten Berechnungen wird sich der Bedarf erst zwischen 2020 und 2035 auf jährlich 283.000 Wohnungen verringern. Das verlangt Mietern und Immobilienkäufern viel Flexibilität ab.

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