Die Elektromobilität ist ein Hoffnungsträger für die Zukunft des Automobilverkehrs. Gegenüber anderen europäischen Ländern steht Deutschland aber noch fast am Anfang. Vorreiter Norwegen hat schon vor Jahren die Weichen gestellt: Käufer müssen dort weder die 25 Prozent Mehrwertsteuer noch die sogenannte Anschaffungssteuer bezahlen. Anreize bieten zusätzliche Angebote, zum Beispiel die kostenlose Nutzung von Fähren, Tunnel, Mautstraßen und Busspuren. Diese Maßnahmen haben dazu geführt, dass bereits 80 Prozent der in Norwegen verkauften Volkswagen Plug-in-Hybride sind.

Auch in Deutschland sollen steuerliche Anreize, Kaufprämien und eine öffentliche Ladeinfrastruktur die Elektromobilität fördern. Doch dem Durchbruch stehen handfeste praktische Gründe im Weg: Es gibt keine vernünftige private Ladeinfrastruktur.

Eine Million Elektroautos sollen bis 2020 auf deutsche Straßen, das ist das erklärte Ziel der Bundesregierung. Derzeit sind gerade einmal rund 35.000 reine E-Autos zugelassen. Zu wenig Ladepunkte, zu lange Ladezeiten und zu geringe Reichweiten bremsen das Kaufinteresse. „Der Bund sollte endlich die private Ladeinfrastruktur in den Fokus rücken. Allein in privaten Mehrfamilienhäusern gibt es mehr als vier Millionen PKW-Stellplätze. Hier wäre eine zielgenaue Förderung angebracht. Kaum jemand wird ein Elektroauto kaufen, wenn der nächste Ladepunkt 500 Meter von der eigenen Haustür entfernt liegt und im Zweifel gar nicht frei ist. Wartezeiten oder das unbedingte Wegfahren nach erfolgter Ladung vom öffentlichen Ladepunkt schreckt den Verbraucher ab. Der Kunde will sein Auto zu Hause laden wie sein Handy ...”, sagt DDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler. Die Stromnetze zahlreicher Mehrfamilienhäuser sind auf Ladevorgänge nicht ausgelegt, schon gar nicht, wenn mehrere Autos parallel geladen werden. Ein staatliches Anreizprogramm für die private Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern wäre also ein aussichtsreiches Unterfangen, um die neue, saubere, leise Technik auf den Weg zu bringen.

Auch rechtlich besteht Handlungsbedarf. Die Beschlussfassung in Wohnungseigentümergemeinschaften muss vereinfacht werden, damit die Installation von Ladeeinrichtungen auf dem Grundstück von Wohnanlagen nicht am Veto einzelner Eigentümer scheitert.

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