Die Grunderwerbsteuer, die bei jedem einzelnen Immobilienkauf im Neubau oder Bestand anfällt, wird seit der Föderalismusreform 2006 durch die einzelnen Bundesländer festgelegt. Seitdem wurde sie von den Ländern insgesamt 27 mal erhöht. Die Einnahmen der Länder durch die Grunderwerbsteuer sind 2017 auf einen neuen Rekordwert von 13,14 Milliarden Euro gestiegen, das sind nach Angaben des Bundesfinanzministeriums fast sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Allein in den vergangenen sechs Jahren haben sich die Einnahmen mehr als verdoppelt.

Die neue Bundesregierung hat sich vorgenommen, missbräuchliche Steuergestaltungen bei der Grunderwerbsteuer zu beenden. Diese sind aber in Form von Share Deals überhaupt erst entstanden, weil innerhalb eines einzigen Wohnungsbaupojektes gleich mehrfach Grunderwerbsteuer anfällt, nämlich beim Kauf und Weiterverkauf des Grundstücks sowie beim Verkauf jeder einzelnen neuen Wohnung. "Die Grunderwerbsteuer in Deutschland ist viel zu hoch und ein echtes Hindernis bei der Schaffung von Wohn- und Gewerberaum", sagt in diesem Zusammenhang Hans Volkert Volckens vom Branchenverband Zentraler Immobilien Ausschuss (ZIA).

Die Politiker bemängeln also ein System, dass sie zuvor selbst durch das Ausreizen der Steuerbelastung bis an die Grenze selbst geschaffen haben und von dem der Staat profitiert. Gleichzeitig sollen zukünftig neue Freibeträge den Immobilienerwerb Privathaushalten erleichtern. Diese konnten sich den Kauf zuvor aber nicht leisten, weil die Grunderwerbsteuer zu hoch ist und sich überdies die Neubaupreise durch unzählige neue Bauvorschriften erhöht haben. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.

Das politische Ziel, dass mehr Menschen in den Genuss von Immobilieneigentum kommen sollen, ist natürlich lobenswert, denn Deutschland ist in Europa immer noch Schlusslicht in diesem Punkt. Wenn sich durch Fördermaßnahmen dann aber mehr Familien Eigentum leisten können, wird die Nachfrage auf dem engen Markt noch größer, was wiederum zu steigenden Preisen führen dürfte. Michael Neumann, Vorstand der Dr. Klein Privatkunden AG befürchtet: "Es finden sich viele Punkte, die die Nachfrage nach Immobilien weiter anheizen werden. (...) die Wurzel des Unheils zu packen, bleibt hingegen auf der Strecke."

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    Eigentumswohnungen in Hamburg-Lohbrügge.

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